Die Praxis als Anker

Die Praxis als Anker

Gerade dann, wenn das Leben sich schwierig anfühlt, zeigt sich immer wieder, wie unterstützend eine regelmässige Yogapraxis wirkt. Nicht in Zeiten, in denen alles rundläuft, sondern genau dann, wenn etwas ins Wanken gerät. 

Wenn dich etwas aus der Bahn wirft.
Wenn du die innere Stabilität verloren hast.
Wenn Gedanken kreisen und Klarheit fehlt.

Dann ist die Versuchung gross, genau das wegzulassen, was eigentlich gut tut. Die Matte bleibt eingerollt, die Praxis wird verschoben.

Und doch sind es genau diese Momente, in denen es so wertvoll ist, weiterzumachen. Nicht leistungsorientiert. Nicht perfekt. Sondern ehrlich. Schritt für Schritt und Atemzug für Atemzug.

Auch oder gerade in schwierigen Situationen die Dinge zu tun, die uns gut tun, macht einen Unterschied. Denn durch die Praxis wird innere Stabilität wieder fühlbar.

Die Praxis wird zu einem inneren Anker.

Vielleicht nur für einen kurzen Moment. Aber der Körper erinnert sich: Der Atem wird ruhiger, etwas in uns richtet sich neu aus.

Ich kenne das von mir sehr gut. Wenn die Klarheit fehlt, wenn Gedanken kreisen und nichts mehr eindeutig erscheint, ist es die Praxis, die mich zurückholt. Manchmal ist es nur das bewusste Sitzen, eine Atemübung oder eine einfache Bewegungsabfolge.
Und plötzlich ist sie wieder da – diese leise, innere Stabilität, die nicht laut ist, aber Halt gibt.

Yoga bewahrt uns nicht vor Krisen. Aber es schenkt uns Werkzeuge, um ihnen zu begegnen. Mit mehr Verbundenheit. Mit mehr Vertrauen. Und mit einer leisen Ahnung, dass Stabilität nicht immer bedeutet, fest zu stehen – sondern da zu bleiben, auch wenn es wankt.